Die Shoah (1939–1945)
Zerstörung des jüdischen Friedhofs von Saloniki
décembre 1942·Salonique (cimetière)
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Der größte jüdische Friedhof Europas wird auf Befehl der Besatzungsbehörden dem Erdboden gleichgemacht; seine Steine dienen als Baumaterial in der ganzen Stadt.
Der jüdische Friedhof von Saloniki, der größte Europas, wird innerhalb weniger Wochen auf Anordnung der Besatzungsbehörden und mit Zustimmung der Stadtbehörden, die das Gelände begehrten, dem Erdboden gleichgemacht. Die Gräber werden geöffnet, die Grabplatten herausgerissen, die Gebeine zerstreut. Die Steine dienen anschließend als Baumaterial in der ganzen Stadt: Man wird sie in Mauern, Kirchenhöfen, Treppen und Bürgersteigen wiederfinden. Der Friedhof barg Grabstätten, die sich über Jahrhunderte angesammelt hatten; seine Zerstörung geht der Deportation jener, die dort ihre Toten beerdigten, um einige Monate voraus und beraubt die Gemeinde von Saloniki ihrer aufgezeichneten Erinnerung, bevor sie ihr sich selbst raubt.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Grèce
Mémorial de la Shoah, Paris ; Yad Vashem, base des communautés.