Die Shoah (1939–1945)
Erschießung von Józefów
12-13 juill. 1942·Józefów
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Das Reservepolizeibataillon 101, bestehend aus Hamburger Reservisten, erschießt die Gemeinde; der Kommandant hatte seinen Männern angeboten, sich zurückzuziehen, wenige taten es.
Das Polizei-Reserve-Bataillon 101, bestehend aus älteren Hamburger Reservisten ohne besondere ideologische Ausbildung, erhält den Befehl, die jüdische Gemeinde von Józefów in Polen zu erschießen. Vor der Aktion bietet ihr Kommandeur, Major Wilhelm Trapp, denjenigen seiner Männer, die sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen, an, ohne Konsequenzen zurückzutreten. Eine Handvoll nimmt das Angebot an; die anderen führen den Befehl aus — Frauen und Kinder eingeschlossen — aus nächster Nähe in den Wäldern.
Die Gerichtsakte dieses Bataillons, von der westdeutschen Justiz rekonstruiert, lieferte eines der am besten dokumentierten Corpora über die gewöhnlichen Täter der Shoah durch Kugeln und nährte nach dem Krieg eine bedeutende historiographische Debatte über die Gründe ihres Gehorsams. Jener Julitag 1942 war ihr erstes Massaker; er sollte nicht der letzte sein.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Pologne
Dossiers d'instruction de la justice ouest-allemande contre le bataillon de police de réserve ; travaux historiographiques sur les auteurs.