Die Shoah (1939–1945)
Unternehmen Reinhardt
Mars 1942 – 1943·Bełżec, Sobibór, Treblinka
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Bełżec (450 000–600 000), Sobibór (170 000–250 000), Treblinka (700 000–900 000). Liquidationen der Ghettos von Lublin, Krakau, Lemberg (~50 000), Radom, Kielce, Tschenstochau, Tarnów, Rzeszów, Przemyśl, Zamość…
Die Aktion Reinhard ist der Name, der der Ermordung der Juden des Generalgouvernements gegeben wurde, durchgeführt von Lublin aus durch Odilo Globocnik mit dem aus dem deutschen „Euthanasie"-Programm abgeordneten Personal. Sie stützt sich auf drei eigens dafür und für nichts anderes errichtete Lager: Bełżec, Sobibór und Treblinka. Es sind keine Konzentrationslager, sondern Anlagen zur sofortigen Tötung, ohne Register, ohne Arbeit, ohne vorgesehenes Überleben — nur einige Dutzend Häftlinge wurden am Leben erhalten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Ghettos des Generalgouvernements wurden eines nach dem anderen in Richtung dieser drei Bahnhöfe geleert: Lublin, Kraków, Lwów, Radom, Kielce, Częstochowa, Tarnów, Rzeszów, Przemyśl, Zamość. Die Lager wurden anschließend demontiert, die Gruben wieder geöffnet, die Leichen verbrannt, das Gelände bepflanzt und Bauern übergeben, damit nichts davon übrig bleibe. Es ist dieser Wille zur Auslöschung, ebenso wie das Ausmaß des Verbrechens, der die Aktion zu einem Gegenstand ohne Gleiches macht.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Pologne
Yitzhak Arad, *Belzec, Sobibor, Treblinka* ; Sara Berger, *Experten der Vernichtung* ; Raul Hilberg, *La Destruction des Juifs d'Europe* ; Bogdan Musiał (dir.), *Aktion Reinhardt*.