Die Shoah (1939–1945)
Erschießung von Trakai
30 septembre 1941·Trakai
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Gemeinde der ehemaligen Hauptstadt der Großfürsten, die dort seit dem Mittelalter ansässig ist, wird in einem nahe gelegenen Wald erschossen; die Karaiten der Stadt, vom Besatzer für nicht jüdisch befunden, bleiben verschont, was zwei säkulare Nachbarschaften endgültig trennt.
Trakai, die alte herzogliche Hauptstadt am Seeufer, beherbergte zwei verschiedene Gemeinschaften: die rabbinischen Juden und die Karäer, die dort seit dem Mittelalter ansässig waren. Der Besatzer, der entschieden hatte, dass die Letzteren nicht unter seine Maßnahmen fielen, ließ sie an Ort und Stelle und ließ die Ersteren zu den Gruben von Paneriai treiben, zusammen mit den Juden der Region Vilna. Die an jenem Tag vorgenommene Trennung hat die Erinnerung der Stadt nachhaltig geprägt.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Lituanie
Christoph Dieckmann, *Deutsche Besatzungspolitik in Litauen* ; Yitzhak Arad, *The Holocaust in the Soviet Union*.