Die Shoah (1939–1945)
Massaker von Eišiškės
25-27 sept. 1941·Eišiškės
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Massenerschießung durch das Einsatzkommando 3, im Bericht Jäger aufgeführt
Eišiškės ist ein Städtchen in Ostlitauen, dessen jüdische Bevölkerung, die seit Jahrhunderten dort ansässig war, an drei Tagen auf dem Pferdemarkteinhegungen zusammengetrieben, dann zu den Friedhöfen geführt — die Männer am ersten Tag, die Frauen und Kinder an den folgenden — und vom Einsatzkommando und litauischen Hilfskräften erschossen wurde.
Das Städtchen ist weit über seine eigene Geschichte hinaus bekannt: Die Familienfotos, die Yaffa Eliach, in Eišiškės geboren und als Überlebende, bei Überlebenden aus aller Welt zusammengetragen hat, bilden den Turm der Gesichter im Museum in Washington. Sie zeigen eine gewöhnliche Gemeinschaft in den Jahren davor — was die Erschießungsberichte niemals zeigen. Die Opferzahlen hingegen finden sich in dem Bericht, den der Kommandeur des Einsatzkommandos, Karl Jäger, über seine eigene Arbeit verfasste.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Lituanie
Yaffa Eliach, *There Once Was a World* ; rapport Jäger.