Die Shoah (1939–1945)
Razzia von Amsterdam und Februarstreik
22-25 févr. 1941·Amsterdam
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Erste Razzia in den Niederlanden: 425 junge Männer werden nach Mauthausen verschickt, von denen fast niemand zurückkehrt. Der zur Solidarität ausgelöste Generalstreik wird unterdrückt.
Nach wochenlangen Auseinandersetzungen zwischen den Schlägertrupps der niederländischen nationalsozialistischen Bewegung und den Selbstschutzgruppen des jüdischen Viertels von Amsterdam riegelt die deutsche Polizei vom 22. bis 25. Februar 1941 das alte Viertel ab und verhaftet die jungen Männer, die sie dort vorfindet. Auf dem Jonas Daniël Meijerplein versammelt, werden sie nach Buchenwald und dann nach Mauthausen gebracht, wo fast keiner von ihnen überleben wird.
Drei Tage später legen auf Aufruf der kommunistischen Untergrundpartei die Straßenbahnen, die Docks und die Fabriken Amsterdams die Arbeit nieder: Es ist der einzige Generalstreik, der im besetzten Europa gegen die Verfolgung der Juden ausgerufen wurde. Er wird in zwei Tagen mit Waffengewalt niedergeschlagen, seine Anführer erschossen, die Stadt mit einer Geldstrafe belegt; er wird alljährlich zu Füßen des Dockers begangen.
- Zeitraum :
- Die Shoah (1939–1945)
- Art :
- Shoah
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Pays-Bas
Archives municipales d'Amsterdam ; documents de l'Institut néerlandais pour la documentation de guerre.