18. Jahrhundert
Abschaffung des Rates der Vier Länder
1764·Pologne
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
die jüdische Autonomie durch den Landtag aufgehoben, die Kopfsteuer fortan Kopf für Kopf erhoben, direkte fiskalische Verfolgung
Der Konvokationsreichstag hob den Rat der Vier Länder auf, die Versammlung, die seit zwei Jahrhunderten die jüdischen Gemeinden der Krone vertreten und die Kopfsteuer unter ihnen verteilt hatte. Die Maßnahme war vor allem fiskalischer als politischer Natur: die Staatskasse wollte die Steuer Kopf für Kopf einziehen, ohne den Umweg über eine Institution, die deren Höhe aushandelte und die Last verteilte. Die Juden Polens verloren damit das Organ, das ihre Streitigkeiten schiedlich regelte, ihre Finanzen ordnete und ihre Stimme vor dem König erhob. Was von den Kehillot übrig blieb, wurde den Gläubigern und den Starosten überlassen, und die Verschuldung der Gemeinden, ohnehin schon schwer, wurde unheilbar.
- Zeitraum :
- 18. Jahrhundert
- Art :
- Verfolgung
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Pologne
Israel Halpern, *Pinkas Va'ad Arba Aratsot* ; Simon Doubnov, *Histoire des Juifs de Russie et de Pologne* ; Gershon David Hundert, *Jews in Poland-Lithuania in the Eighteenth Century*.