15.–17. Jahrhundert
Vertreibung der Juden aus den königlichen Städten Mährens
1454·Znaim
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Die Juden wurden aus Znaim zusammen mit denen aus den anderen königlichen Städten Mährens vertrieben.
Die Stadt an der österreichischen Grenze verlor damit eine Gemeinschaft, die sich nach der Schwarzen Pest neu gebildet hatte; vor der Emanzipation sollte es keine mehr geben.
Die Vertreibungen aus den königlichen Städten Mährens richteten sich nicht gegen die Herrschaften: Das Judentum des Landes verlagerte sich schlicht aus den Städten in die Flecken der Adeligen, die es gegen Abgaben aufnahmen, und aus diesen ländlichen Gemeinden sollten in den folgenden Jahrhunderten die großen mährischen Schulen hervorgehen.
- Zeitraum :
- 15.–17. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Mittel- und Osteuropa
- Land :
- Tchéquie
Bondy et Dvorský, Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien.