13.–14. Jahrhundert
Hostienschändungsaffäre, Juden verbrannt, dann Vertreibung
1370·Bruxelles
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Gegen Juden in Brüssel wurde eine Beschuldigung der Hostienschändung erhoben: Man behauptete, sie hätten geweihte Hostien gekauft und diese am Karfreitag durchstochen, woraufhin diese zu bluten begonnen hätten.
Die Angeklagten wurden auf dem Platz verbrannt, und Herzog Wenzel von Brabant vertrieb daraufhin die Juden aus seinen Landen. Die sogenannten Wunderhostien wurden in der Stiftskirche Sainte-Gudule hinterlegt, die daraus den Mittelpunkt eines Kultes machte: Eine Kapelle wurde ihnen geweiht, Glasfenster und Wandteppiche erzählten die Geschichte, und eine jährliche Prozession stellte sie jahrhundertelang nach.
Das Erzbistum Mecheln-Brüssel erkannte im 20. Jahrhundert an, dass die Anschuldigung haltlos war, und eine in der Kathedrale angebrachte Tafel teilt dies den Besuchern mit. Die Glasfenster hingegen wurden erhalten.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Vertreibung
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Belgique
Chroniques brabançonnes ; dossier du « Saint-Sacrement de Miracle » de Sainte-Gudule.