13.–14. Jahrhundert
Anschuldigung der Hostienfrevelung zu Ostern
1338·Pulkau
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Juden in Pulkau verbrannt, dann in Retz, Znaim, Horn, Eggenburg, Klosterneuburg und Zwettl
Zu Ostern wurde die Entdeckung eines Blutflecks auf einem Stein in Pulkau einer Hostie zugeschrieben, die Juden durchstochen haben sollten. Die Gemeinde wurde verbrannt.
Die Anschuldigung blieb nicht lokal: Sie griff auf Retz, Znaïm, Horn, Eggenburg, Klosterneuburg und Zwettl über, wo ganze Gemeinden innerhalb weniger Wochen getötet wurden. Herzog Albrecht II. von Österreich verbot die Gewalttaten und ließ jene schützen, die er retten konnte; er erwirkte auch beim Papst Benedikt XII. eine Untersuchung, die zum Ergebnis kam, dass alles erfunden war.
Dennoch wurde in Pulkau eine Kirche des Heiligen Blutes erbaut, die zu einem Wallfahrtsort wurde; ihr Altarretabel, das im folgenden Jahrhundert geschnitzt wurde, steht heute unter Denkmalschutz.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Prozesse und Hinrichtungen
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Autriche
Chroniques autrichiennes ; *Continuatio Novimontensis* ; actes d'Albert II.