13.–14. Jahrhundert
Massaker von Rintfleisch
1298·Franconie, Bavière, Autriche
Die Bilanz wird genau so wiedergegeben, wie die Quelle sie nennt — nie gerundet, nie mit einer anderen addiert. Die Bilanzen überschneiden sich von Ereignis zu Ereignis.
Röttingen, Würzburg, Nürnberg (~600), Rothenburg, Bamberg…
Eine Anschuldigung der Hostienschändung in Röttingen in Franken diente als Auslöser. Ein Mann, den die Chroniken Rintfleisch nennen, behauptete, vom Himmel den Auftrag erhalten zu haben, die Juden auszurotten, sammelte eine Bande um sich und durchzog die Region monatelang von Stadt zu Stadt.
Franken, Bayern und Österreich wurden durchquert: Röttingen, Würzburg, Nürnberg — wo die Gemeinde in der Burg Zuflucht gesucht hatte, ohne dass die Garnison sie schützte —, Rothenburg, Bamberg. Unter den Opfern in Nürnberg befand sich Mordekhai ben Hillel, dessen talmudischer Kommentar bereits als Autorität galt.
Das Reich war damals zwischen Adolphe de Nassau und Albert von Habsburg umstritten; niemand hielt die Herrschaft über Franken. Als Sieger ließ Albert einige Rädelsführer verurteilen und belegte die Städte mit Geldstrafen, in seiner Eigenschaft als Schutzherr der Juden der Reichskammer — das heißt als geschädigter Eigentümer.
- Zeitraum :
- 13.–14. Jahrhundert
- Art :
- Massaker
- Region :
- Westeuropa
- Land :
- Allemagne et Autriche
*Memorbuch* de Nuremberg ; annales de Colmar ; chroniques de Wurtzbourg.