Munkács (Moukatchevo)
מונקאטש
Region: Ukraine (Ruthénie subcarpatique)
Register Schnittstelle · Verwahrer, nicht Eigentümer
Veröffentlicht am 19. Juni 2026
Hochburg des antizionistischen Hassidismus, Sitz der Dynastie von Munkács, mit intensivem jüdischen Leben vor 1944.
Einleitung
Am Fuß der Karpaten, dort wo sich die Pannonische Tiefebene in bewaldete Hügel faltet, die vom Fluss Latoritsa durchzogen werden, erstreckt sich eine Stadt, deren Name anderthalb Jahrhunderte lang eine der dichtesten und markantesten jüdischen Identitäten Mitteleuropas getragen hat. Bekannt unter dem ungarischen Namen Munkács, dem tschechischen Mukačevo und dem heutigen ukrainischen Moukatchevo, war diese Stadt der Karpatenukraine abwechselnd ungarisch, österreichisch-ungarisch, tschechoslowakisch, erneut ungarisch, sowjetisch und schließlich ukrainisch. Diese Instabilität der Herrschaftsverhältnisse hat ihre jüdische Bevölkerung keineswegs zerstreut, sondern sie im Gegenteil verdichtet und gestählt. In den Staatsarchiven von Berehove befinden sich Dokumente, die belegen, dass Juden bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Munkács und den umliegenden Dörfern lebten.
Munkács hat sich in der modernen jüdischen Vorstellungswelt zunächst als Hort des Chassidismus einen Namen gemacht, sodann als Sitz einer rabbinischen Dynastie — jener der Spira —, deren bedeutendster Vertreter die Stadt zum Bollwerk eines kompromisslosen Widerstands gegen den Zionismus und die Moderne machte. Munkács jedoch auf diesen einen polemischen Ruf zu reduzieren hieße, die Vielschichtigkeit seines Gemeinschaftslebens zu verraten, in dem — nicht ohne Spannungen — galizische Chassidim, ungarische orthodoxe Juden und eine lebendige zionistische Strömung nebeneinander existierten. Dieses Große Buch hat es sich zur Aufgabe gesetzt, diesen Weg nachzuzeichnen: von den ersten im Zeitalter der Aufklärung ansässig gewordenen Familien bis zur Vernichtung des Jahres 1944, wobei bei jedem Schritt unterschieden wird zwischen dem, was das Archiv belegt, was die Überlieferung weitergibt und was ungewiss bleibt.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 19. Juni 2026
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Die Tage dieses Buches
Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Munkács (Moukatchevo) dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.
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Quellen & Ressourcen
- Jean Baumgarten, La naissance du hassidisme : Mystique, rituel et société (XVIIIe-XIXe siècle) (2006)
- Élie Barnavi (dir.), Histoire universelle des Juifs. De la Genèse à la fin du XXe siècle (1992)
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Munkács (Moukatchevo) — Zakhor, https://zakhor.ai/de/grands-livres/lieux/munkacs