Lengnau
Region: Suisse (Argovie, Surbtal)
Register Schnittstelle · Verwahrer, nicht Eigentümer
Veröffentlicht am 16. Juli 2026
Eines der nur zwei Dörfer, wo Juden in der Schweiz ansässig sein durften; Synagoge erhalten.
Introduction
Im Herzen des Surbtals, dieses zurückhaltende Tal im Kanton Aargau, das den Rhein mit der Zürcher Region verbindet, nehmen zwei benachbarte Dörfer — Lengnau und Endingen — einen singulären und nahezu einzigartigen Platz in der Geschicht der Juden Westeuropas ein. Während fast zwei Jahrhunderten, vom Mittag des 17. Jahrhunderts bis zur teilweisen Emanzipation des 19. Jahrhunderts, bildete Lengnau zusammen mit Endingen einen der beiden einzigen Orte der Helvetischen Konföderation, wo Juden legal berechtigt waren, ihren ständigen Wohnsitz einzurichten. Diese Ausnahmestellung macht Lengnau zu einem privilegierten Beobachtungsposten: hier kristallisierte sich in einem begrenzten und streng geregelten Raum eine ländliche jüdische Gemeinde heraus, deren Existenz selbst von erneuerten Toleranzpatenten, Schutzsteuern und einem prekären rechtlichen Status abhing.
Die Geschichte Lengnaus ist nicht die einer strahlenden großen Sefarden- oder Aschkenazi-Metropole; sie ist die Geschichte einer hartnäckigen Überlebensfähigkeit, einer in der Widerniss bewahrten Frömmigkeit und einer bemerkenswerten Beständigkeit des Erbes. Die Synagoge von Lengnau, erbaut und dann wiederaufgebaut, bleibt heute eines der beredt sprechendsten Architektur-Zeugnisse der helvetischen jüdischen Präsenz. Der Friedhof auf einer Insel der Surb, lange Zeit der einzige für die Juden der ganzen Schweiz erlaubte Begräbnisort, verkörpert seinerseits die praktische wie symbolische Dimension dieser zur Beengtheit gezwungenen Gemeinde. Das vorliegende Werk setzt sich zum Ziel, Kapitel um Kapitel die Genese, die Blüte, die Prüfungen und das Gedächtnis dieser Dorfgemeinde nachzuzeichnen, deren Schicksal die lange Marsch hin zur Emanzipation der Juden der Schweiz durch Kontrast erhellt.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 16. Juli 2026
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Die Tage dieses Buches
- In Kürze am 6. August 2027in 353 Tagen
Inauguration de la synagogue de Lengnau · 1847
Inauguration de la synagogue de Lengnau, dans le canton d’Argovie — l’un des deux villages, avec Endingen, où les Juifs furent historiquement autorisés à résider en Suisse. Le bâtiment, conçu par l’architecte zurichois Ferdinand Stadler, avait demandé un peu plus de deux ans de travaux.
Quellen & Ressourcen
- Israël Jacob Yuval, « Deux peuples en ton sein ». Juifs et chrétiens au Moyen Âge (2012)
- Anders Runesson, The Ancient Synagogue from Its Origins to 200 C.E.: A Source Book (2008)
- « Die Synagoge in Lengnau (Kanton Aargau, Schweiz) », Alemannia Judaica ↗
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Lengnau — Zakhor, https://zakhor.ai/de/grands-livres/lieux/lengnau-2