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Zakhor
SchnittstelleLieuMoyen Âge–XIXe siècle

Kazerun

Region: Iran (Fars)

Register Schnittstelle · Verwahrer, nicht Eigentümer

Veröffentlicht am 24. Juli 2026

Stadt in der Provinz Fars, Kazerun wird von mittelalterlichen islamischen Geographen unter den iranischen Orten mit jüdischer Präsenz erwähnt. Reisende des 19. Jahrhunderts bestätigen eine restliche Gemeinde.

Introduction

Im Herzen der Provinz Fars, im Südwesten des iranischen Hochlands, erstreckt sich die Stadt Kazerun (کازرون), eingebettet in eine fruchtbare Ebene, die sich zu den Straßen öffnet, die einstmals Shiraz mit dem Persischen Golf verbanden. Als Knotenpunkt und Durchgangsstation für Karawanen zählte die Stadt lange Zeit zu den Orten, die mittelalterliche arabische und persische Geographen als Zentren von Handwerk, Handel und Wissen beschrieben. In diesem Kontext lässt sich die diskrete, aber beständige Präsenz einer iranisch-jüdischen Gemeinde erkennen, deren Geschichte in das lange Erbe des persischen Judentums eingebettet ist, eines der ältesten der diasporischen Welt.

Die Geschichte der Juden von Kazerun zu rekonstruieren ist eine feingliedrige dokumentarische Arbeit. Im Gegensatz zu mediterranen Gemeinden, die umfangreiche rabbinische und städtische Archive hinterlassen haben — wie etwa die des Mellah von Fès [Archives du Mellah de Fès] oder des Mellah von Sidi Bel Abbès [Archives rabbiniques de Sidi Bel Abbès] —, lässt sich die Jüdischkeit von Kazerun vor allem in Bruchstücken fassen: Erwähnungen mittelalterlicher Geographen, Notizen von Reisenden, späte Statistiken internationaler jüdischer Organisationen. Das vorliegende Große Buch beabsichtigt, diese verstreuten Fragmente zu sammeln, um mit gebotener Vorsicht das Porträt einer kleinen Gemeinde des Fars zu zeichnen — eine jüngere Schwester, aber echte Schwester der großen Judentümer von Shiraz und Isfahan.

Die gewählte Methode verbindet den Beitrag maßgeblicher Quellen — an erster Stelle die Encyclopaedia Iranica und die Encyclopedia of Jews in the Islamic World — mit vergleichender Perspektivierung zur Historiographie jüdischer Gemeinden in der islamischen Welt. Wo die Spur fehlt, sagt das Buch es; wo die Überlieferung das Archiv ersetzt, macht es das kenntlich. Kazerun ist nicht Shiraz; seine Gemeinde zählte nie zu den großen. Doch gerade in diesen Randzonen tritt die eigentliche Textur des iranisch-jüdischen Lebens zutage: eine provinzielle Präsenz, abhängig von den großen Zentren, den politischen Wechselfällen des Fars ausgesetzt, und doch beständig bis an die Schwelle der Moderne.

Versionen (1)
  1. v1 · aktuell · 24. Juli 2026

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Die Tage dieses Buches

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Quellen & Ressourcen

  • Claire Rubinstein-Cohen, Portrait de la communauté juive de Sousse (Tunisie) : de l'orientalité à l'occidentalisation, un siècle d'histoire (1857-1957) (2011)
  • Mercedes Borrero Fernández, La communauté juive de Séville au XIIe siècle (1985)
  • Communauté juive de Sidi Bel Abbès, Archives rabbiniques de Sidi Bel Abbès
  • Communauté juive de Fès, Archives du Mellah de Fès
  • Eliahou-Éric Botbol, Vie et destin de la communauté juive de Tlemcen (2000)
  • Sylvie Anne Goldberg, Penser l'histoire juive au début du XXe siècle (2000)
  • Simon Schwarzfuchs, Tlemcen, mille ans d'histoire d'une communauté juive (1997)
  • Lionel Lévy, La Communauté juive de Livourne. Le dernier des Livournais (1996)
  • Ville de Salé, Archives municipales de Salé
  • Jorge dos Santos, A Presença Judaica em Lisboa (2011)
  • Encyclopedia of Jews in the Islamic WorldBrill

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