Foča
Region: Bosnie-Herzégovine — Republika Srpska
Register Schnittstelle · Verwahrer, nicht Eigentümer
Veröffentlicht am 1. Juli 2026
Foča ist eine alte Ottomanenstadt in Ostbosnien an der Drina. Eine sefardische jüdische Gemeinde ist dort seit dem 16. Jahrhundert bezeugt, aktiv im Textilhandel; sie wurde während der Shoah deportiert und ausgelöscht.
Einleitung
An den steilen Ufern der Drina, dort wo der grüne Fluss von den Massiven Ostbosniens nach Serbien hinabsteigt, erstreckt sich die kleine Stadt Foča. Lange Zeit Karawanenkreuzpunkt zwischen der Adria und dem balkanischen Hinterland, gehört sie zu jener osmanischen Geographie, in der sich über Jahrhunderte ragusanische Kaufleute, muslimische Handwerker, orthodoxe Händler und jüdische Negocianten begegneten. Der dieser Thematik beigefügte Referenzeintrag fasst es folgendermaßen zusammen: Foča ist eine alte osmanische Stadt in Ostbosnien, an der Drina, in der eine sephardische jüdische Gemeinde seit dem 16. Jahrhundert belegt ist, die im Textilhandel tätig war und während der Shoah deportiert und vernichtet wurde.
Die jüdische Präsenz in Foča lässt sich nicht isoliert verstehen: Sie geht auf die große Bewegung der Ansiedlung der Sepharden in den osmanischen Provinzen des Balkans nach der Vertreibung aus Spanien von 1492 zurück. Diese Exilierten, Träger der judäo-spanischen Sprache (des Ladino), fanden im Osmanischen Reich Zuflucht und wirtschaftlichen Entfaltungsraum und breiteten sich von Saloniki, Konstantinopel und Sarajevo aus in die Handelsstädte des Hinterlandes aus [Encyclopaedia Judaica]. Foča, ein Handelsplatz an einer bedeutenden Fluss- und Landachse, fügt sich in dieses Netzwerk ein.
Das vorliegende Werk beabsichtigt, mit den Vorbehalten, die die Seltenheit der Quellen gebietet, die Geschichte dieser nach ihrer Zahl marginalen, doch durch ihre Kontinuität bedeutsamen Gemeinde zu restituieren — von ihrer osmanischen Verwurzelung bis zu ihrer Vernichtung in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Es hält beständig an der Unterscheidung fest zwischen dem, was das Archivstück belegt, und dem, was die Tradition überliefert.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 1. Juli 2026
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Die Tage dieses Buches
Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Foča dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.
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Quellen & Ressourcen
- Claire Rubinstein-Cohen, Portrait de la communauté juive de Sousse (Tunisie) : de l'orientalité à l'occidentalisation, un siècle d'histoire (1857-1957) (2011)
- Simon Schwarzfuchs, Tlemcen, mille ans d'histoire d'une communauté juive (1997)
- Jonathan Ray, The Sephardic Frontier: The Reconquista and the Jewish Community in Medieval Iberia (2006)
- Murat Çiçek, Bursa Yahudi Cemaati (2009)
- Encyclopaedia Judaica — 2e éd., Keter/Macmillan
- JewishGen ↗
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