Biblioteca Nazionale Marciana
Region: Venise, Italie
Register Geschichte · Verwahrer, nicht Eigentümer
Veröffentlicht am 19. Juni 2026
Bestand orientalischer Handschriften einschließlich hebräischer Handschriften aus dem 18.–19. Jahrhundert.
Einleitung
Im Herzen von Venedig, auf der Piazzetta San Marco, gegenüber dem Dogenpalast, erhebt sich eine der ehrwürdigsten Institutionen des europäischen Wissens: die Biblioteca Nazionale Marciana, auch bekannt als die Bibliothek von San Marco. Die Biblioteca Marciana – in historischen Dokumenten gemeinhin als Libreria pubblica di san Marco bezeichnet – ist eine öffentliche Bibliothek in Venedig, Italien. Sie zählt zu den ältesten noch bestehenden Staatsbibliotheken auf dem Kontinent, und ihr Ruhm gründet ebenso auf der Pracht ihrer Architektur wie auf dem Reichtum ihrer Handschriftenbestände.
Das vorliegende Werk beabsichtigt, die Geschichte dieser Institution nicht nur als Bewahrerin griechischer und lateinischer Klassiker – ihre erste und etablierte Berufung – nachzuzeichnen, sondern auch als Hüterin eines diskreteren und weniger bekannten Bestands: ihrer orientalischen Sammlungen, zu denen hebräische Handschriften des 18. und 19. Jahrhunderts gehören. Wenn die Geschichte der Marciana vor allem die Geschichte des byzantinischen Humanismus ist, der nach dem Westen verpflanzt wurde, so ist sie im Verborgenen auch die Geschichte diasporischer Zirkulationen, heiliger Sprachen und jüdischen Wissens, das auf den Wegen des Handels, des Sammelns und der Gelehrsamkeit an den Ufern der Lagune Zuflucht gefunden hat.
Venedig, kosmopolitischer Hafen und Kreuzungspunkt der mediterranen Welten, beherbergte ab 1516 das erste institutionalisierte Ghetto Europas und war im 16. Jahrhundert die unangefochtene Hauptstadt des hebräischen Buchdrucks dank der Pressen von Daniel Bomberg. Es überrascht daher nicht, dass eine venezianische Bibliothek im Laufe der Jahrhunderte Zeugnisse der Buchkultur des Judentums angesammelt hat. Dieses Große Buch bemüht sich, streng zu unterscheiden, was dem etablierten Archiv, der überlieferten Tradition und ihrer Schnittmenge zuzurechnen ist, um der Komplexität einer Institution gerecht zu werden, die aus einem Vermächtnis entstanden und durch Jahrhunderte der Akkumulation genährt worden ist.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 19. Juni 2026
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Quellen & Ressourcen
- Giulia Tamani, Manoscritti ebraici decorati in Italia (2010)
- Robert Bonfil, Jewish Life in Renaissance Italy (1994)
- Shlomo Simonsohn, History of the Jews in the Duchy of Mantua (1977)
- Colette Sirat, La philosophie juive au Moyen Âge selon les textes manuscrits et imprimés (1983)
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