Biblioteca Casanatense — fonds hébraïque
Region: Rome, Italie
Register Geschichte · Verwahrer, nicht Eigentümer
Veröffentlicht am 19. Juni 2026
Jüdischer Bestand von 237 Manuskripten, 15 Inkunabeln und alten hebräischen Ausgaben.
Introduction
Im Herzen Roms, wenige Schritte vom Pantheon entfernt und an das Dominikanerkloster Santa Maria sopra Minerva angelehnt, bewahrt die Biblioteca Casanatense unter ihren Hunderttausenden von Bänden einen hebräischen Bestand, dessen Einzigartigkeit ebenso seiner Zusammensetzung wie seiner paradoxen Geschichte geschuldet ist. Entstanden aus dem Willen eines Kirchenfürsten, fast zwei Jahrhunderte lang vom Orden der Prediger verwaltet — jenem Orden, dem die römische Inquisition lange Zeit die Zensur jüdischer Bücher anvertraute —, beherbergt diese katholische Bibliothek eine Sammlung von Handschriften, Inkunabeln und hebräischen Altdrucken, die von einer vielschichtigen Begegnung zwischen Judentum und Papsttum, zwischen Bewahrung und Kontrolle zeugt.
Die maßgebliche Beschreibung dieses Bestands verzeichnet zweihundertsiebenunddreißig Handschriften, fünfzehn Inkunabeln sowie hebräische Altdrucke. Hinter diesen Zahlen entfaltet sich eine Geschichte, die die orientalistische Gelehrsamkeit der Gegenreformation, die Zensur der Hebraica, die Zerstreuung jüdischer Bibliotheken Italiens und, in jüngerer Zeit, die geduldige Arbeit moderner Katalogisatoren miteinander verknüpft. La Biblioteca Casanatense fu istituita per volontà del cardinale Girolamo Casanate (Napoli 1620 – Roma 1700), che nel 1698 destinò la parte più cospicua delle sue sostanze ai padri domenicani del Convento di Santa Maria sopra Minerva per l'apertura di una biblioteca pubblica.
Dieses Große Buch hat sich zum Ziel gesetzt, Kapitel für Kapitel die Entstehung der Institution, die Bedingungen des Eingangs der Hebraica in ihre Mauern, die Beschaffenheit ihrer Bestände und den Platz zu rekonstruieren, den dieses Erbe heute in der Kartographie der hebräischen Bibliotheken Europas einnimmt. Wo das Archivstück spricht, folgen wir dem Archivstück; wo es schweigt, sagen wir es.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 19. Juni 2026
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Quellen & Ressourcen
- Giulia Tamani, Manoscritti ebraici decorati in Italia (2010)
- Robert Bonfil, Jewish Life in Renaissance Italy (1994)
- Mireille Hadas-Lebel, Rome, la Judée et les Juifs (2009)
- Colette Sirat, La philosophie juive au Moyen Âge selon les textes manuscrits et imprimés (1983)
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