Familie Nunes
Herkunft des Namens, Geschichte und Genealogie der Linie Nunes — ein jüdischer Familienname und seine Spuren.
Nunes ist ein verbreiteter portugiesischer Patronym, gebildet als Patronym aus dem Vornamen Nuno (« Sohn des Nuno »). Der Name selbst soll vom lateinischen Nunnus oder Nonnus stammen oder eine Etymologie im Zusammenhang mit Kryptojudaismus haben. Einige sefardische Juden haben diesen Namen angenommen.
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Das Great Book — Nunes
Introduction
Der Familienname Nunez – dessen hispanische Orthographie in Núñez festgehalten wird – gehört zum ältesten Bestand der iberischen Onomastik und nimmt einen singulären Platz in der sefardischen Erinnerung ein. Von lexikographischen Nachschlagewerken als Name spanischer Herkunft verzeichnet, bezeichnet er eine Lignée, deren Geschichte die großen Bruchstellen des Judentums der Iberischen Halbinsel widerspiegelt: die mittelalterliche Koexistenz, die erzwungene Konversion, das Exil von 1492 und dann die marranische Zerstreuung über das atlantische Europa, das Mittelmeer und die Neue Welt [Q37519592 — Wikidata].
Auf etymologischer Ebene ist die Abstammung klar und dokumentiert. Die Lexikographen sind sich einig, dass Núñez ein Patronymikon ist: Nuñez ist eine spanische Diminutivform von Nuño mit dem Filiiationssuffix -ez; der Taufname Nuño stammt aus unsicherer Quelle, seine frühesten Belege erscheinen in den latinisierten Formen Nunnius und Nonnius. Die Morphologie ist transparent: Das Suffix -ez, charakteristisch für die ibero-romanischen Sprachen, bezeichnet die Abstammung, sodass Nunez „Nachkomme von Nuño" bedeutet. Der Stammname selbst reicht zu einem präromischen oder lateinischen Substrat zurück, wie es die bereits im frühen Mittelalter bezeugten Formen Nonius und Nunnius nahelegen.
Was Nunez von einem einfachen kastilischen Patronymikon unterscheidet, ist seine jüdische Karriere. Onomastische Nachschlagewerke unterscheiden deutlich zwei Schichten: einerseits den christlichen Filiiationsnamen, andererseits dessen Annahme durch jüdische Familien im Zuge der Konversion. So gibt die maßgebliche Lexikographie an, dass der Name sowohl spanisch – ein Patronymikon, das vom mittelalterlichen Vornamen Nuño stammt – als auch sefardisch-jüdisch ist, und zwar durch die Annahme des Namens bei der Konversion zum römischen Katholizismus. Diese doppelte Geburt – die eine romanisch, die andere marranisch – bildet den Leitfaden des vorliegenden Werks. Der Name Nunez ist in der Tat einer jener Patronymika, die Juden der Iberischen Halbinsel annahmen oder bewahrten, als sie zu conversos wurden, und die sie dann mit einer jüdischen Identität wieder besetzten, als sie in den Zufluchtslanden zum Judentum zurückkehrten.
Der vorliegende Band verfolgt diese Geschichte in sieben Kapiteln nach – vom iberischen Ursprung bis zu modernen Diasporengruppen – und konfrontiert dabei jedes Mal die überlieferte Tradition mit dem verfügbaren Archivbestand. Die Entdeckung zweier Manuskriptquellen aus dem Zakhor-Korpus – die Sermões von David Nunes Torres (1690–1691) und die Edition der hebräischen Bibel mit Rschis Kommentar und der Vulgata, die er vorbereitete – lädt nun dazu ein, einer ihrer bemerkenswertesten Gestalten einen zentralen Platz in dieser Geschichte des Namens einzuräumen: einem Haham von Den Haag, dessen Leben und Werk das verkörpern, was die Lignée Nunes von allen am besten zum Ausdruck gebracht hat.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 23. Juli 2026
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Le Grand Livre — Nunez — Zakhor, https://zakhor.ai/de/grands-livres/familles/nunesNamensvarianten (3)
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Zum Gedenken
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Werke & Texte (2)
Auf Zakhor veröffentlichte Dokumente, die dieser Lineage durch ihre Schlagwörter zugeordnet sind.
Bedeutende Persönlichkeiten der Linie
Orte des Weges
Durchquerte Gemeinschaften
Die Tage dieses Buches
Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Nunes dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.
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Bibliografie
- Marie-Christine Bornes-Varol, Le Judéo-espagnol vernaculaire d'Istanbul (2008)
- Haïm Vidal Sephiha, Le Judéo-espagnol (1986)
- Jonathan Ray, After the Expulsion: 1492 and the Making of Sephardic Jewry (2013)
- Esther Benbassa, The Sephardic Diaspora After the Expulsion (1993)
- Aldina Quintana, A Língua dos Sefarditas: Ladino e Judaico-Português (2010)
- Haggai Ben-Shammai, The Emergence of Judeo-Arabic as a Literary Language (2004)
- S.D. Goitein, A Mediterranean Society: The Jewish Communities of the Arab World as Portrayed in the Documents of the Cairo Geniza (1993)
- Yehuda A. de Yoná, Kamus Djudeo-Espanyol / Fransez / Turko (1902)
- Béatrice Leroy, L'Aventure séfarade : de la péninsule ibérique à la diaspora (1986)
- Francesca Trivellato, The Familiarity of Strangers: The Sephardic Diaspora, Livorno, and Cross-Cultural Trade in the Early Modern Period (2009)
- Aviva Ben-Ur, Sephardic Jews in America: A Diasporic History (2009)
- Jonathan Schorsch, Jews and Blacks in the Early Modern World (2004)
- Nunes — Wikipédia ↗