Familie Galligo
Herkunft des Namens, Geschichte und Genealogie der Linie Galligo — ein jüdischer Familienname und seine Spuren.
Jüdische Familie aus Italien. Erwähnt von S. Schaerf, « I cognomi degli ebrei d'Italia » (Firenze, 1925).
Geografische Herkunft: Italie
Register Gedächtnis · Verwahrer, nicht Eigentümer
Karte der Lineage
Das Great Book — Galligo
Einleitung
Der Familienname Galligo gehört zu jener Konstellation italienisch-jüdischer Namen, deren Geschichte die einer Halbinsel widerspiegelt, die lange Zeit in Stadtstaaten, Herzogtümer und Seerepubliken zersplittert war und in der jüdisches Leben – bisweilen prekär, bisweilen aufblühend – von der Spätantike bis in die Gegenwart Bestand hatte. Der Name erscheint im großen Verzeichnis, das Samuel Schaerf mit I cognomi degli ebrei d'Italia (Florenz, 1925) vorgelegt hat, einem Standardwerk, das nach den vorliegenden Analysen nahezu zehntausend jüdische Familien Italiens erfasst. Das von Schaerf erstellte Elenco der Namen jener rund zehntausend jüdischen Familien Italiens mündet in einen Band, dem ein Kapitel über die Herkunft und Etymologie der Namen sowie ein umfangreicher Anhang über die jüdischen Adelsfamilien Italiens beigefügt sind [Schaerf, 1925]. Die Aufnahme eines Namens in dieses Verzeichnis begründet für sich genommen keine Genealogie; sie bezeugt jedoch seine Verwurzelung im onomastischen Gefüge des italienischen Judentums.
Die Geschichte einer Lignée wie der Galligo zu rekonstruieren erfordert eine doppelte Vorsicht. Zum einen sind die jüdisch-italienischen Quellen – Gemeinderegister, Eheverträge, Kolophone von Handschriften, Subskribentenlisten gedruckter Werke – verstreut und ungleich überliefert. Zum anderen vermischt die von Generation zu Generation weitergegebene Familienerinnerung häufig Belegbares mit Legendarischem. Wie Yosef Hayim Yerushalmi auf meisterhafte Weise gezeigt hat, fallen jüdische Erinnerung und jüdische Geschichte nicht zusammen: Erstere ist ein Akt liturgischer und gemeinschaftlicher Überlieferung, Letztere eine kritische Arbeit am Archiv [Yerushalmi, 1984]. Das vorliegende Werk bemüht sich, beide Register zusammenzuhalten, ohne sie zu vermengen, und kennzeichnet an jedem Punkt die Beschaffenheit und den Gewissheitsgrad des Vorgetragenen.
Der wahrscheinliche geographische Rahmen der Familie Galligo zeichnet sich zwischen der Toskana – Florenz, Livorno, Pisa – und den daraus hervorgegangenen mediterranen Diasporagemeinden ab, namentlich Nordafrika, wo die livornische „nação portuguesa" nachhaltig Fuß fasste. Innerhalb dieses Raumes und auf der Grundlage der verfügbaren Quellen entfaltet sich die vorliegende Untersuchung.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 26. Juni 2026
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Zum Gedenken
Die Zentrale Datenbank der Namen der Schoah-Opfer von Yad Vashem verzeichnet die Frauen, Männer und Kinder, die während der Schoah ermordet wurden. Sie können dort nach den Personen suchen, die den Namen Galligo trugen.
„Galligo“ bei Yad Vashem suchenDie Suche erfolgt direkt in den Archiven von Yad Vashem; Zakhor kopiert und speichert keine personenbezogenen Daten. Das Vorhandensein oder Fehlen eines Namens in der Datenbank ist nicht erschöpfend. Mehr erfahren
Die Tage dieses Buches
Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Galligo dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.
Ist Ihnen ein Datum bekannt — eine Erinnerung, eine Hilloula, der Jahrestag eines Abschieds? Geben Sie ihm seinen Tag
Bibliografie
- Robert Bonfil, Jewish Life in Renaissance Italy (1994)
- Giulia Tamani, Manoscritti ebraici decorati in Italia (2010)
- Eliahou-Éric Botbol, Vie et destin de la communauté juive de Tlemcen (2000)
- Lionel Lévy, La Nation juive portugaise. Livourne, Amsterdam, Tunis, 1591-1951 (1999)
- Lionel Lévy, La Communauté juive de Livourne. Le dernier des Livournais (1996)
- Communauté juive de Sidi Bel Abbès, Archives rabbiniques de Sidi Bel Abbès
- Léon Askénazi, La parole et l'écrit. I. Penser la tradition juive aujourd'hui (1999)
- Armand Abécassis, La pensée juive. 1. Du désert au désir (1987)
- Maurice-Ruben Hayoun, La philosophie juive (2023)
- Yosef Hayim Yerushalmi, Zakhor. Histoire juive et mémoire juive (1984)
- Colette Sirat, La philosophie juive au Moyen Âge selon les textes manuscrits et imprimés (1983)
- Georges Vajda, Introduction à la pensée juive du Moyen Âge (1947)