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Zakhor
Gedächtnis🌳 Aschkenasisch· Veröffentlicht am 14. Juli 2026

Familie Folkmannová

Herkunft des Namens, Geschichte und Genealogie der Linie Folkmannová — ein jüdischer Familienname und seine Spuren.

Aschkenasischer Familienname; Ursprungssprache des Namens: Tschechisch (getragen von jüdischen Persönlichkeiten, nach Wikidata).

Register Gedächtnis · Verwahrer, nicht Eigentümer

Karte der Lineage

Jérusalem · XXe s. · Memory (überliefert)JérusalemMoravie · XVIIIe–XIXe s. · Memory (überliefert)MoravieVienne · XIXe – début XXe s.VienneUrsprungsheimat — Prague · Moyen Âge tardif – XVIe s. · Memory (überliefert)Prague
Ursprungsheimat Diaspora Memory (überliefert)Regionen, rekonstruiert aus den dokumentierten Ursprüngen und der Diaspora.
Die Zeit durchwandern2000
Das Great Book dieser Lineage

Das Great Book — Folkmannová

Einleitung

Der Name Folkmannová stellt sich von Beginn an als fruchtbares Rätsel dar. Er trägt in seiner Endung auf -ová das grammatikalische Merkmal des tschechischen Femininums: Folkmannová ist die Form der Ehefrau oder Tochter von Folkmann. Diese Deklinationsendung verortet die Lignée geografisch in den böhmischen Ländern — Böhmen und Mähren —, was der Referenzeintrag bestätigt, der den Familiennamen der tschechischen Sprache zuordnet und ihn zugleich unter den aschkenasischen jüdischen Familiennamen einreiht [Q106075565 — Wikidata]. Das Grundwort Folk- / Volk- hingegen gehört dem germanischen Sprachraum an: Es leitet sich vom althochdeutschen folk, „das Volk", ab, aus dem auch der Vorname Volkmar und, als Koseform, Volkmann — wörtlich „der Mann des Volkes" — hervorgehen. Der Familienname erzählt so, für sich allein, von der Lage der Juden Böhmens: einer Bevölkerung deutscher Sprache und Kultur, eingebettet in ein slawisches Umfeld, dessen Onomastiken sich überlagern.

Diese Überschneidung ist nicht beiläufig. Die großen Repertorien der jüdischen Namenskunde Mitteleuropas — jene von Alexander Beider für die osteuropäischen Reiche und von Lars Menk für den judendeutschen Raum — haben nachgewiesen, dass die Familiennamen der aschkenasischen Juden in stabilen morphologischen Gruppen verteilt sind: Berufsnamen, Toponyme, Matronyme und Namen, die aus einem alten männlichen Vornamen gebildet wurden. Folkmann gehört dieser letzten Kategorie an, jener der Namen, die aus einem alten germanischen Anthroponym hervorgehen und als Erbname fixiert wurden [Wörterbücher der jüdischen Familiennamen Osteuropas und des judendeutschen Raums]. Die feminisierte tschechische Form ihrerseits bezeugt die administrative Eingliederung der Familie in einen tschechischsprachigen Staat, höchstwahrscheinlich seit dem langen 19. Jahrhundert und vor allem nach 1918, als die unabhängige Tschechoslowakei ihre zivilstandsrechtlichen Regeln durchsetzte.

Dieses Buch erhebt keinen Anspruch darauf, einen lückenlosen Stammbaum zu rekonstruieren, den die verfügbaren Quellen nicht mit Gewissheit zu belegen erlauben. Es unternimmt vielmehr den Versuch, die Lignée Folkmannová in die Welten einzuschreiben, die sie geprägt haben: das mittelalterliche Aschkenaz, das habsburgische Böhmen, die Prager Moderne, sodann die Katastrophe und das Überleben. Auf jeder dieser Etappen werden wir danach trachten, aus dem dokumentierten Befund die Tugend zu entfalten, die er in sich trägt — ohne sie je zu erfinden.

Versionen (1)
  1. v1 · aktuell · 14. Juli 2026

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Zum Gedenken

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Die Tage dieses Buches

Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Folkmannová dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.

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Bibliografie

  • Delphine Bechtel, La Renaissance culturelle juive en Europe centrale et orientale 1897-1930. Langue, littérature et construction nationale (2002)
  • Jean Baumgarten, Le Yiddish. Histoire d'une langue errante (2002)
  • Yair Mintzker, The Many Deaths of Jew Suss: The Notorious Trial and Execution of an Eighteenth-Century Court Jew (2017)
  • Daniel Jutte, The Age of Secrecy: Jews, Christians, and the Economy of Secrets, 1400-1800 (2015)
  • Maoz Kahana, Mi-Prag li-Presburg: ketivah hilkhatit be-olam mishtaneh (From Prague to Pressburg) (2015)
  • Jeffrey R. Woolf, The Fabric of Religious Life in Medieval Ashkenaz (1000-1300): Creating Sacred Communities (2015)
  • Haym Soloveitchik, Collected Essays, Volume II (2014)
  • Elisheva Baumgarten, Practicing Piety in Medieval Ashkenaz: Men, Women, and Everyday Religious Observance (2014)
  • Ephraim Kanarfogel, The Intellectual History and Rabbinic Culture of Medieval Ashkenaz (2013)
  • Alan T. Levenson, The Wiley-Blackwell History of Jews and Judaism (2012)
  • Edward Fram, A Window on Their World: The Court Diaries of Rabbi Hayyim Gundersheim, Frankfurt am Main, 1773-1794 (2012)
  • Q106075565 — Wikidata
  • A. Beider ; L. Menk, Dictionnaires des patronymes juifs d'Europe de l'Est (Beider : Empire russe 2008, Royaume de Pologne 1996, Galicie 2004) et judéo-allemands (Menk 2005), Avotaynu

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