Familie Eskeles
Herkunft des Namens, Geschichte und Genealogie der Linie Eskeles — ein jüdischer Familienname und seine Spuren.
Matronymischer Familienname (von Eskel/Eskelche), Familie von Wiener Hofbankiers, geadelt als von Eskeles.
Geografische Herkunft: Autriche (Vienne) / Moravie
Karte der Lineage
Das Great Book — Eskeles
Einleitung
Der Familienname Eskeles gehört zu jener besonderen Kategorie jüdischer Namen, die als matronyme bezeichnet werden: Namen, die sich vom Vornamen einer Ahnin oder einer weiblichen Schutzgestalt der Linie ableiten. Gemäß den onomastischen Gepflogenheiten des aschkenasischen Raums leitet sich Eskeles vom Vornamen Eskel oder Eskelche (einem zärtlichen Verkleinerungsform) ab und bezeichnete ursprünglich „den Sohn der Eskel", bevor er sich als Erbname verfestigte [Encyclopaedia Judaica]. Diese Bildungsweise, bei der der Name einer Frau die Identität einer ganzen Nachkommenschaft prägt, ist in einer Tradition, die oft als patrilinear wahrgenommen wird, nicht bedeutungslos: Sie erinnert an den realen, wenngleich stillen Platz der Matriarchen in der Weitergabe von Name und Gedächtnis im Judentum Mitteleuropas.
Die Familie Eskeles ist eingebunden in die lange und ambivalente Geschichte der Hofjuden — jener Finanzleute, die vom 17. bis zum 19. Jahrhundert den Fürsten und Kaisern Mitteleuropas dienten und dabei in ihrer überwältigenden Mehrheit ihrer Gemeinschaft und ihrem Glauben treu blieben. Léon Poliakov hat gezeigt, wie sehr diese Stellung zugleich herausragend und gefährlich war: Den Herrschern unentbehrlich, blieben diese Juden dem Widerruf, der Missgunst und dem Verdacht ausgesetzt [Poliakov, 1955]. Die Eskeles nehmen in dieser Galerie einen besonderen Platz ein: Sie waren zunächst Meister des Gesetzes, bevor sie Meister der Finanzen wurden, und verbanden das Szepter talmudischen Wissens mit der Börse des Staatskredits.
Dieses Buch zeichnet den Weg dieser Linie nach — von ihren rabbinischen Wurzeln in Mähren und Wien bis zu ihrer Erhebung in den Adel unter dem Titel von Eskeles — und bemüht sich überall darum, zu unterscheiden, was dem gesicherten Archivstück, der wahrscheinlichen Schlussfolgerung und der überlieferten Tradition zuzurechnen ist.
Versionen (1)
- v1 · aktuell · 13. Juli 2026
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Dieses Buch erzählt die Geschichte der Eskeles. Ihre eigene Familie hat vielleicht auch ihr Großes Buch — suchen Sie Ihren Namen, um es zu entdecken, oder um es ins Leben zu rufen.
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zakhor.ai/eskelesDie Adresse zakhor.ai/eskeles führt direkt zu dieser Seite. Die Archive, die Genealogie und die Erzählungen, welche die Gemeinschaft dort hinterlegt, werden das hier dargestellte historische Porträt ergänzen.
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Le Grand Livre — Eskeles — Zakhor, https://zakhor.ai/de/grands-livres/familles/eskelesNamensvarianten (2)
Ein einziger Name, hundert Gesichter.
Derselbe Familienname, unterschiedlich transkribiert je nach Sprache, Epoche und Diaspora.
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Zum Gedenken
Die Zentrale Datenbank der Namen der Schoah-Opfer von Yad Vashem verzeichnet die Frauen, Männer und Kinder, die während der Schoah ermordet wurden. Sie können dort nach den Personen suchen, die den Namen Eskeles trugen.
„Eskeles“ bei Yad Vashem suchenDie Suche erfolgt direkt in den Archiven von Yad Vashem; Zakhor kopiert und speichert keine personenbezogenen Daten. Das Vorhandensein oder Fehlen eines Namens in der Datenbank ist nicht erschöpfend. Mehr erfahren
Bedeutende Persönlichkeiten der Linie
Orte des Weges
Durchquerte Gemeinschaften
Die Tage dieses Buches
Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Eskeles dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.
Ist Ihnen ein Datum bekannt — eine Erinnerung, eine Hilloula, der Jahrestag eines Abschieds? Geben Sie ihm seinen Tag
Bibliografie
- Yosef Hayim Yerushalmi, De la cour d'Espagne au ghetto italien : Isaac Cardoso et le marranisme au XVIIe siècle (1987)
- Léon Poliakov, Histoire de l'antisémitisme, tome I : Du Christ aux Juifs de cour (1955)
- Wiener, Illustrierte Monatshefte fuer die gesamten Interessen des Judenthums (1865)
- « Eskeles », Encyclopaedia Judaica (2ᵉ éd.) (2007) ↗
- B. Wachstein, Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien (1917)
- H. Gold (ed.), Die Juden und Judengemeinden Maehrens in Vergangenheit und Gegenwart (1929)
- Michael, Or, no. 657
- W. Mueller, Urkundliche Beitraege (1903)
- H. Spiel, Fanny von Arnstein (1962)
- H. Schnee, Die Hoffinanz und der moderne Staat (1963)
- M. Grunwald, Vienna (1936)
- M. Friedman, Sefunot (1966)
- L. Singer, in: jggj?, 5 (1933), 295–7 (1933)
- T. Jakabovits, in jggj?, 5 (1933), 79–136 passim (1933)
- K. Grunwald, in: ylbi, 12 (1967), 168 (1967)