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Zakhor
Gedächtnis🌳 ItalienischSchaerf 1925· Veröffentlicht am 11. Juli 2026

Familie Doerfles

Herkunft des Namens, Geschichte und Genealogie der Linie Doerfles — ein jüdischer Familienname und seine Spuren.

Jüdische Familie aus Italien. Zitiert von S. Schaerf, « I cognomi degli ebrei d'Italia » (Firenze, 1925).

Geografische Herkunft: Italie

Register Gedächtnis · Verwahrer, nicht Eigentümer

Karte der Lineage

Rome · début XXe s.RomeVienne · XVIe s. · Memory (überliefert)VienneUrsprungsheimat — Prague · XVe–XVIe s. · Memory (überliefert)Prague
Ursprungsheimat Diaspora Memory (überliefert)Regionen, rekonstruiert aus den dokumentierten Ursprüngen und der Diaspora.
Die Zeit durchwandern1925
Das Great Book dieser Lineage

Das Great Book — Doerfles

Einleitung

Der Name Doerfles gehört zu jener diskreten, aber aufschlussreichen Kategorie italienisch-jüdischer Familiennamen, von denen uns die einzige gesicherte Spur durch einen onomastischen Katalog überliefert ist. Er findet sich nämlich in dem von Samuele Schaerf zusammengestellten Verzeichnis I cognomi degli ebrei d'Italia, erschienen 1925 in Florenz — einem Referenzwerk, das die auf der Halbinsel von Juden getragenen Familiennamen methodisch erfasste. Von diesem dokumentarischen Fundament — schmal, aber authentisch — muss jede redliche Geschichte der Lignée ihren Ausgang nehmen: nicht von einer nachträglich rekonstruierten Ahnenreihe, sondern von einem Eintrag in ein gelehrtes Register, wie so viele jüdische Familien Italiens, deren Erinnerung einzig dank einer Liste, einer Notarsurkunde oder eines Grabsteins fortlebt.

Die Form des Namens selbst weist die Forschung in eine bestimmte Richtung. Doerfles hat nichts Italienisches und nichts Hebräisches: Er gibt ein germanisches Diminutiv wieder, abgeleitet von Dorf, wobei Dörflein oder Dörfles „das kleine Dorf", „der Weiler" bedeutet. Solche Namen bezeichnen in der jüdischen Onomastik des deutschen Sprachraums einen geographischen Ursprung — eine Ortschaft in Franken oder Bayern, die diesen Toponymen trug und deren Name jüdische Familien bei ihrer Auswanderung übernahmen. Nun nahm Norditalien — Venetien, Lombardei, Piemont — vom 15. bis zum 17. Jahrhundert einen bedeutenden aschkenasischen Einwanderungsstrom auf, der aus den Alpentälern herabkam. Die Anwesenheit eines germanischen Namens in einem Verzeichnis der Juden Italiens ist daher keine Anomalie: Sie ist die Signatur einer Migrationsgeschichte, jener der Tedeschi, der „deutschen" Juden Italiens.

Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, dort eine lückenlose Familienchronik auszugraben, wo die Quellen fehlen. Es möchte vielmehr mit den Instrumenten des Historikers jene Welt wiederherstellen, die die Existenz einer Familie wie der Doerfles erst möglich machte: die Wanderungsbewegungen, die Berufe, die Gemeinschaftsinstitutionen, die Kultur des Buches und die Ethik des Gesetzes. Darin folgt es dem Gebot, das Yosef Hayim Yerushalmi in den Mittelpunkt des jüdischen Bewusstseins stellte: die Pflicht der Erinnerung, zakhor, die den kritischen Anspruch der Geschichte nicht aufhebt, sondern sich ihm stellt [Yerushalmi, Zakhor, 1984].

Versionen (1)
  1. v1 · aktuell · 11. Juli 2026

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Zum Gedenken

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Die Tage dieses Buches

Dieses Buch trägt noch keinen Gedenktag. Die Quellen, die Doerfles dokumentieren, geben Jahre und Jahrhunderte an, nie einen Tag; wir erfinden keinen.

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Bibliografie

  • Robert Bonfil, Jewish Life in Renaissance Italy (1994)
  • Giulia Tamani, Manoscritti ebraici decorati in Italia (2010)
  • Eliahou-Éric Botbol, Vie et destin de la communauté juive de Tlemcen (2000)
  • Lionel Lévy, La Nation juive portugaise. Livourne, Amsterdam, Tunis, 1591-1951 (1999)
  • Dominique Natanson, Mémoire Juive & Éducation (memoirejuive.fr) (1997)
  • Lionel Lévy, La Communauté juive de Livourne. Le dernier des Livournais (1996)
  • Communauté juive de Sidi Bel Abbès, Archives rabbiniques de Sidi Bel Abbès
  • Léon Askénazi, La parole et l'écrit. I. Penser la tradition juive aujourd'hui (1999)
  • Armand Abécassis, La pensée juive. 1. Du désert au désir (1987)
  • Maurice-Ruben Hayoun, La philosophie juive (2023)
  • Yosef Hayim Yerushalmi, Zakhor. Histoire juive et mémoire juive (1984)
  • Colette Sirat, La philosophie juive au Moyen Âge selon les textes manuscrits et imprimés (1983)

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