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Zakhor
GedächtnisCommunautéXVIe–XXe s.

Paradesi

פרדסים

Region: Inde (Kerala, Cochin)

Register Gedächtnis · Verwahrer, nicht Eigentümer

Veröffentlicht am 19. Juni 2026

Juifs « blancs » de Cochin, descendants de séfarades, synagogue de 1568.

Einleitung

An der westlichen Flanke des indischen Subkontinents, wo das Arabische Meer die Lagunen von Kerala bespült, behauptete sich über mehrere Jahrhunderte eine der seltsamsten Gemeinschaften der jüdischen Diaspora: die Paradesi von Cochin. Das Wort selbst — paradesi, „Fremder", „von anderswo Gekommener" im Malayalam wie in mehreren indo-arischen Sprachen — fasst sowohl ihre Identität als auch ihr Paradox zusammen. In der kolonialen und wissenschaftlichen Literatur als die „weißen Juden" von Cochin bezeichnet, im Gegensatz zu den Malabari, den sogenannten „schwarzen Juden", die seit einer Altertümlichkeit an der Malabarküste ansässig sind, welche die Tradition bis in die Zeit des Zweiten Tempels zurückführt, sind die Paradesi die Nachkommen sephardischer Familien und anderer mediterraner Exilierter, die sich ab dem 16. Jahrhundert einem weit älteren indischen Judentum angegliedert haben [Encyclopaedia Judaica, „Cochin"].

Ihre Heimstätte war das Viertel Mattancherry in Cochin, und genauer gesagt die „Jew Town", eine enge Gasse, die zur Paradesi-Synagoge führt, die 1568 erbaut wurde und bis heute eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen jüdischen Gotteshäuser des Commonwealth sowie das materielle Wahrzeichen dieser Geschichte ist [Encyclopaedia Judaica]. Das vorliegende Werk beabsichtigt, so sorgfältig es Archive und Forschung erlauben, die Entstehung, die Blüte und das nahezu vollständige Verschwinden dieser Gemeinschaft nachzuzeichnen. Es bemüht sich zu unterscheiden, was das Archiv belegt, was die Tradition überliefert, und jene Punkte, an denen Mémoire und Dokument einander antworten — denn die Geschichte der Paradesi ist eben die Geschichte einer Begegnung zwischen uralten Gründungserzählungen und notariellen Urkunden, königlichen Privilegien und kolonialen Registern.

Versionen (1)
  1. v1 · aktuell · 19. Juni 2026

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Die Tage dieses Buches

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Quellen & Ressourcen

  • Esther Benbassa & Aron Rodrigue, Sephardi Jewry: A History of the Judeo-Spanish Community, 14th–20th Centuries (2000)
  • Élie Barnavi (dir.), Histoire universelle des Juifs. De la Genèse à la fin du XXe siècle (1992)
  • Paloma Díaz-Mas, Sephardim: The Jews from Spain (1992)
  • Jonathan Ray, Social Networks and Family Structure Among Medieval Sephardic Jews (2020)

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